Das Haus "zum Delphin" - unser Tagungsort
Als sich die Delphiner zum ersten Mal versammelten (für unsere Schweizer Freunde: besammelten), staunten sie nicht schlecht, als der gastgebende Gernot Blechner ihnen in der Hieronymus-Stube des Hauses "zum Delphin" eröffnete, der Besitzer, Werner Schupp, böte ihnen dieses Zimmer unentgeltlich für ihre Sitzungen an.
 Befundgetreue Restaurierung des Hauses "zum Delphin" an der Hussenstraße 14 in Konstanz.
Fortan saßen sie an einer riesengroßen Tafel unter einer sehenswerten gotischen Konstanzer Bretterdecke und staunten die über 500jährigen, schmiedeeisernen Nägel an, die das alles zusammenhielten. Sie füllten Pokale, Bäuche und Aktenordner, redeten viel, laut und oft durcheinander und schmiedeten mit Wollust weitreichende Pläne in historischem Ambiente.
Und so tagen sie noch heute in der Hussenstraße 14, in dem Zimmer im zweiten Obergeschoss, das nach dem Leidensgenossen des Jan Hus, Hieronymus von Prag, benannt ist. Ihm diente das Haus "zum Delphin" nämlich als Quartier.
Darüber, im dritten Obergeschoss, liegt ein Zimmer, das mit einiger Wahrscheinlichkeit die spätmittelalterliche Zunftstube der Zimmerleute war. Auch dieser Raum wurde in Anlehnung an vorgefundene Holzdübelleisten originalgetreu ergänzt.
In Konstanz ist das Haus "zum Delphin" wohl das einzige Wohnhaus, das, seit dem späten Mittelalter kaum verändert, noch in dieser Qualität erhalten ist. Wir können nur hoffen, dass es als Dokument spätgotischer Wohn- und Lebenskultur niemals in die Hände gewissenloser Spekulanten fällt. Der jetzige Besitzer legt Wert darauf, das Haus als kulturelle Begegnungsstätte zu bewahren und mit Leben zu erfüllen. So bleibt Konstanz ein bald 700jähriges Baudenkmal erhalten - und den Delphinern die Pflicht, sich dieser Bleibe würdig zu erweisen.
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